Broders Spiegel: Journalistische Weltpolitik

30. Juli 2018

Es ist beneidenswert zu lesen und zu hören, was solche Vertreter der deutschen journalistischen Elite wie Heribert Prantl und Jakob Augstein so über Trump und die große Weltpolitik schreiben und sagen. Beneidenswert ist es vor allem, weil sie ihre weltpolitischen Erkenntnisse und Ratschläge bis zum Ende ernsthaft vortragen können, ohne vorher in lautes Lachen auszubrechen. Sie nehmen sich als allumfassende Welterklärer selbst wirklich vollkommen ernst. Wie erreicht man ein solches Maß an Selbstgerechtigkeit?

Aber vielleicht liegt es auch daran, dass heutzutage alles relativiert werden kann, selbst die Dinge, die einmal aus vermeintlich wissenschaftlichen Gründen als unumstößlich galten. Warum beispielsweise muss im Land der gelebten Vielfalt unbedingt für jeden zwei mal zwei genau vier sein? Man muss doch auch andere mathematische Orientierungen ernst nehmen. Unsere Politik folgt ja auch diesem Motto.

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