Syrien: 26 Tote bei Raketenangriff im Norden des Landes

30. April 2018

Bei einem Raketenangriff im Norden Syriens sind nach Angaben von Beobachtern 26 regierungstreue Kämpfer getötet worden, die meisten von ihnen Iraner. Der Angriff in der Nacht zu Montag sei offenbar von Israel ausgeführt worden, erklärte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter. Ziel sei ein Waffenlager für Boden-Boden-Raketen in einem als Brigade 47 bekannten Stützpunkt gewesen. Unter den Opfern seien auch vier Syrer.

Das syrische Staatsfernsehen hatte am frühen Montagmorgen von Angriffen auf Außenposten des Militärs berichtet. Es handele sich um eine «neue Aggression», hieß es. Die Geschosse seien auf Stellungen in den ländlichen Regionen von Aleppo und Hama gerichtet worden. Angaben über Tote oder Schäden – oder darüber, wer mutmaßlich verantwortlich sein sollte, gab es zunächst nicht.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte von lauten Explosionen in den ländlichen Gebieten von Hama und in der Provinz Aleppo berichtet. Zusätzlich seien Stellungen Nahe des Flughafens von Aleppo angegriffen worden.

Die Brigade 47 setzt sich aus syrischen Regierungstruppen und iranischen Kräften zusammen. Teheran hat Tausende iranische Kämpfer nach Syrien entsandt, die in dem seit sieben Jahren andauernden Bürgerkrieg die Truppen von Präsident Baschar al-Assad unterstützen.

Vor weniger als zwei Wochen hatte es einen ähnlichen Bericht über Luftangriffe auf militärische Einrichtungen in der Region rund um Homs und im Umkreis von Damaskus gegeben. Anschließend sprach das syrische Militär von einem falschen Alarm. Anfang des Monats waren sieben iranische Militärkräfte am syrischen Stützpunkt T4 bei Homs durch einen Luftangriff getötet worden. Syrien, Iran und Russland machten Israel für die Attacke verantwortlich. Israel äußerte sich nicht dazu.

Am Sonntag hatte die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana gemeldet, Assads Regierungstruppen hätten im Osten des Landes vier Dörfer in der Hand der vorwiegend kurdischen Allianz Demokratische Kräfte Syriens (SDF) erobert. Später hieß es jedoch vonseiten der SDFwiederum, über das gesamte Gebiet in Dair as-Saur sei in einer Gegenoffensive die Kontrolle zurückerlangt worden. Die SDF wird von der US-geführten Militärkoalition gestützt und hatte die Terrormiliz Islamischer Staat östlich des Euphrats in weiten Teilen verdrängt. Syrische Regierungstruppen stießen bislang nur selten auf die Ostseite des Flusses vor.

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